Zuversicht statt Glaskugel

 Verfasst am 26.08.2020

Nikolaus Klein, Chefredakteur RAS

RAS Editorial September 2020

Zuversicht statt Glaskugel

Keine Sorge, in diesem Editorial kommen die Worte Corona, Pandemie und Covid 19 genau 1 x vor. Und da waren Sie schon. Denn es gilt, nach vorne zu schauen. Und genauer gesagt oder besser gefragt: Wie treffen in diesen unklaren Zeiten die verantwortlichen Managerinnen und Manager in der Gebäu­detechnik-Branche ihre Entscheidungen? So viele Unbe­kannte in der Formel für eine seriöse Planung gab es selten. Oder eigentlich gab es sie noch nie? Dies trifft vor allem den Inlandsmarkt und erst recht die meisten Exportmärkte.
Und selbst für die nahe Zukunftsplanung scheint es unmög­lich zu sein, länger als einen Monat bei einer Entscheidung zu bleiben. Ein Beispiel verdeutlicht die Situation: Die Meldung des Fach­verbandes Bayern von Mitte August, die vor allem zeigte, wie froh man ist, wenn einer der führenden Heizungshersteller sich doch noch für eine Teilnahme an der wichtigsten Bran­chenmesse im kommenden Jahr als Aussteller entschieden hat. Wie die Beteiligung konkret aussehen könnte, wisse man aber noch nicht, steht in dieser Meldung auch nachzulesen. In diesem Monat wird die Messe Frankfurt als Veranstalter ab dem 10. September zumindest wissen, wer den Weg bis zur ISH im kommenden Jahr offensiv mitgehen möchte.
Man ist versucht zu wünschen, dass bis Anfang kommenden Jahres dann die „Wasserstandsmeldungen“ zur Teilnahme oder nicht Teilnahme als Aussteller vielleicht auch nicht mehr notwendig sind.

Und wir sollten alle die Hoffnung behalten, dass es eine ISH Messe-Veranstaltung geben kann, die für die Besucher infor­mativ und für das Geschäft hilfreich sein wird. Diese unklare Situation hinsichtlich politischer und gesund­heitsamtlicher Entscheidungsfindung betrifft weiterhin nicht nur das zukünftige Messegeschehen. Doch trotz aller Unklar­heiten ist aktuell ja zum Glück zu beobachten, dass die Unter­nehmen sich jetzt nach den Sommerferien wieder vorsichtig an Präsenz- und Schulungsveranstaltungen wagen. Hier übt die Branche ja den „normalen“ Umgang mit der seit mehreren Monaten vorhandenen Situation, natürlich in sehr kleinem Rahmen. Und das angesichts der uns gegenüber ge­nannten aktuellen Geschäftskennzahlen, die nach wie vor „ im Plan sind“. Zugegebenermaßen für Deutschland und hier noch einmal insbesondere für die Wärmeerzeugerseite, verbreitet das eine gewisse Zuversicht. Und diese Zuversicht sollte in den letzten vier Monaten des Virus-Jahres 2020 das bestimmende Gefühl für die SHK-Branche sein. Sicher ist allerdings nur, dass die Glaskugel uns auf Sicht sowieso erhalten bleibt.

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