ISH 2021: Keine Präsenz vor Ort – und jetzt?

 Verfasst am 26.08.2020

Nikolaus Klein, Chefredakteur RAS

RAS Editorial Oktober 2020

Die Weltleitmesse unserer Branche ist ohne Zweifel alle zwei Jahre der Fixpunkt, an dem sich viele Entscheidungen der Hersteller ausrichten. Nicht nur, dass hier immer die meisten Hersteller-Neuheiten zu sehen sind; bei rund 2.532 Ausstellern (im Jahr 2019) kein Wunder. Die Messe in Frankfurt ist aber vor allem der Treffpunkt aller Branchen-Akteure und damit das Branchenbarometer für die gesamte Haustechnik. Die Themen rund um Energie, Wasser, Lüftung und Klima werden hier, neben vielen anderen Inhalten, gerade auch von den Trägern der Messe, den Branchen-Verbänden, kommuniziert. Nun fällt dieser Treffpunkt im Frühjahr kommenden Jahres weg. Und alle Beteiligten, das möchte ich aus eigener Erfahrung sagen, vermissen aufgrund der ausgefallenen Messen in Essen, Nürnberg und Hamburg schon jetzt den persönlichen Austausch und die direkten Gespräche. Diese sind halt nicht immer durch Video-Chats zu ersetzen. Dass mit dieser Entscheidung durch die Träger und der Messe Frankfurt, mit all ihren nationalen und auf der ISH gerade auch mit den internationalen Facetten, die Branche sich dann über ein Jahr nicht zentral begegnen kann, ist aktuell fast nicht zu glauben. Es braucht nun gute Lösungen für die Überbrückung dieser Zeit ohne Präsenzmessen. Ja, digitale Ansätze, wie es die ISH Messeverantwortlichen jetzt kommunizieren, ist sicher einer der möglichen Punkte, die viele in Betracht ziehen. Aber, neben den geplanten Aktivitäten der Hersteller regional vor Ort, sollte sich nun gerade der deutsche Haustechnik- Großhandel als Mittler von Neuheiten und Branchen-Themen, vielleicht noch stärker als bisher engagieren. Denn hier ist mit Abstand der häufigste, tägliche und persönliche Kundenkontakt zum Fachhandwerk. In den Niederlassungen können zumindest die lieferfähigen Neuheiten vorgestellt und vor allem live begutachtet werden. Könnte hier mit der Markenindustrie und dem Fachhandwerk sogar wieder eine bessere Basis für den weiteren gemeinsamen Geschäftserfolg im professionellen Vertriebsweg gelegt werden? Denn nur im Branchenkonsens ist wahrscheinlich diese durch die Pandemie ausgelöste zusätzliche Herausforderung zu bewältigen. Die gewünschte Digitalisierung der SHK-Branche sollte nicht zwangsläufig in alternativen Online- Vertriebsplattformen münden, sondern in mehr Effizienz in den Arbeitsabläufen. Und ich bleibe zuversichtlich, dass Messen spätestens ab 2022 wieder in gewohnter Weise und hoffentlich mit viel Zuspruch von Ausstellern und Besuchern, stattfinden können!

Was sagen Sie zu der Entscheidung der Messe Frankfurt und den ideellen Trägerverbänden? 

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