Fire + Ice

 Verfasst am 24.01.2020

Die älteren Leser erinnern sich bestimmt: Mitte der 80er Jahre startete in unseren Kinos der legendäre Kinofilm von Willi Bogner mit dem Titel „Fire + Ice“. Worum ging es? John und Suzy, zwei leidenschaftliche Extrem-Skifahrer, lernen sich im tief verschneiten Wintersport- Paradies Aspen kennen. Abenteuerliche Stunts auf Skiern, begleitet von reichlich Feuerwerk, spektakulärer Action auf zwei Brettern und das alles perfekt mit der Kamera von Bogner in Szene gesetzt, haben damals nicht nur Freunde des Wintersports begeistert. Heute sieht das alles ein wenig anders aus, man betrachtet diese Thematik deutlich differenzierter. Denn Skisport in heimischen Gefilden ist nur noch bedingt möglich, Ski-Weltcup-Veranstaltungen müssen mangels Schnee abgesagt werden und ein Feuerwerk einfach mal so abschießen, das kommt auch nicht mehr so gut. Die Zeiten haben sich geändert und das Klima leider ebenso. Das bekommt auch unsere Branche gerade deutlich zu spüren. Viel zu hören dazu gab es bei den reichlich geführten Gesprächen im Rahmen unserer Ski-Veranstaltung des Krammer-Verlages, die wieder Ende November in Sölden stattfand (mehr dazu im Innenteil). Läuft es im Segment Sanitär recht gut, berichten die Kollegen aus dem Geschäftszweig Heizung von enormen Auftragsstornierungen und der immensen Unsicherheit bei Kunden aus dem privaten und öffentlichen Bereich. Wohin führt der Weg der Weisen aus Politik in Sachen Verordnungen für die Wohlfühlwärme? Wie greifen die neuen, staatlichen Maßnahmen, über deren Effizienz und Sinn diskutiert wurde und wird? Dabei sollte das in Sachen Austausch doch ein Selbstläufer sein. Jeder sollte Interesse daran haben, den Energieverbrauch seiner Heizung deutlich zu reduzieren, um die Zukunft seiner Nachfahren zu sichern. Doch mitnichten, Ohnmacht und Unsicherheit sorgen derzeit für eine Stagnation des Modernisierungswillens auf dem Markt. Das Weltgeschehen einmal ganz außer Acht gelassen.

Interessant ist indes zu beobachten, wie nun die Marketingkollegen gerade aus der Solarwirtschaft die Werbetrommel ausgepackt haben und auf ihre Kernkompetenz sowie auf „Tiefpreise für Solaranlagen“ aufmerksam machen. Ist nun Strom und Wärme aus der Sonne das neue Allheilmittel und kompensieren nun Kollektoren die in Verruf geratene Ölheizung? Nein, bitte nicht falsch verstehen, hier soll keine Partei ergriffen werden, sondern nur beispielsweise die subjektive Empfindung eines völlig verunsicherten Gefühls bei den Endgebrauchern zu Papier gebracht werden. Unbestreitbar ist allerdings, dass sich mit dem jetzt überarbeiteten Klimapaket der Bundesregierung auch die Bestimmungen für Hauseigentümer erheblich ändern. Die neuen Regeln verteuern die Energiekosten unsanierter Gebäude mit fossilen Heizungen und verbilligen gedämmte Häuser, die erneuerbare Energien nutzen. Das ist ein guter Ansatz, aber nicht alle Endgebraucher können sich eine Umstellung trotz attraktiver Zuschüsse leisten und sollen nun in den teuren Apfel beißen. Bleibt nur zu hoffen, dass durch mehr Transparenz und Fairness bald der Bann der Unsicherheit gebrochen und ein Ruck durch das Verbraucherdenken gehen wird. Gute Lösungen gibt es auf jeden Fall, nur wirklich angekommen sind sie bisher nicht. Viel Gesprächsstoff bietet sich also auch wieder zu Beginn dieses neuen Jahrzehnts. Und das wird auch garantiert noch lange so bleiben. Zeit zu ausführlichen Branchengesprächen bieten nun die beiden Branchenmessen SHK Essen und IFH Nürnberg, wo die Redaktionen unseres Verlages vertreten und für offene Worte dankbar sind. Wir freuen uns auf jedes Gespräch mit Ihnen, ob an den Ständen der Aussteller, die auch weiterhin ausgeklügelte Lösungen zu perfekt optimierten Feuerstätten präsentieren, oder auch bei denen, die mit Solar- oder Kühlsystemen überzeugen. Feuer und Eis haben schon immer das Leben der Menschheit mitbestimmt. Und das soll bitte auch weiterhin so bleiben.

Marcus Heinrich

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