Statt Verbote bitte mehr Visionen

 Verfasst am 01.10.2019

In den vergangenen Wochen war mit Blick in die Politiklandschaft nur zu erahnen, was auf uns in einem zukünftigen Bundestags- Wahlkampf zukommt: Verbote fordern, noch unglaubwürdigere Wahlversprechen und vor allem, keine realistischen Visionen, die in die weltweite Gesamtlage zu diesem Thema eingebettet sind und vielleicht eine breite Bevölkerungsmehrheit finden könnten. Es geht offensichtlich schon jetzt in erster Linie darum, Aufmerksamkeit zu erzielen, um im medialen Angebot doch noch aufzufallen. Bestes Beispiel: die aktuelle Kandidatinnen- und Kandidatensuche einer Regierungspartei.

Zum Thema Verbote: Damit ist nicht zwangsweise, da es die Heizungsbranche tangiert, nur an das Ölheizungsverbot (für neue Anlagen?) gedacht. Gleich mehrere Vertreterinnen und Vertretern aus der Politik äußerten sich ja dazu vor wenigen Wochen. Und alles was sonst klimaschädlich sein könnte, dank Stiftung Warentest tatsächlich auch schon der Elektroroller, alles gehört sofort auf den Verbots-Prüfstand gestellt. Selbst Windkraft ist offenbar nicht mehr ganz vorne dabei bei der Umweltverträglichkeit. Der Streit zwischen Lobbyisten der Windkraftanlagenbetreiber und Naturschutzverbänden über die Flächennutzung für weitere solcher Großanlagen in Waldgebieten, mutet fast schon skurril an.

Doch nicht Verbote, sondern Überzeugungen sind immer noch das Gebot für die seit Jahren diskutierte Umsetzung von geeigneten Maßnahmen für die CO2-Einsparung. Mit Blick auf die Haustechnik-Branche und deren seit Jahren gebetsmühlenartig vorgetragenen Argumente für eine Technologie offene moderne Anlagentechnik ist es nicht schwer zu behaupten: Die politischen Verantwortlichen, und damit eigentlich wir alle, haben schon mindestens ein Jahrzehnt verloren, um schon längst durch (steuerliche) Anreize die CO2-Reduzierung innerhalb des Wohngebäudesektors voranzubringen. Daher darf man gespannt sein, ob sich die Entscheidungen und Beschlüsse des sogenannten Klimakabinetts vom 20. September 2019 eher auf Verboten oder doch mehr an Visionen ausrichten. Die CO2-Bepreisung scheint für die Politik, glaubt man der Bundeskanzlerin und ihrer Aussagen dazu, der gangbare Weg zu sein.
Wie tragfähig und akzeptiert diese dann in der Umsetzung durch die Bevölkerung sein wird, bleibt dann immer noch abzuwarten.

Die Bewertung und die möglichen Folgerungen aus diesen Beschlüssen für die SHK-Branche, die u.a. auf der Wärmekonferenz des Bundesverbandes der deutschen Heizungsindustrie (BDH) in Berlin am 24. September diskutiert wurden, übrigens in Kooperation mit dem DG Haustechnik und des ZVSHK, werden wir Ihnen aufgrund des Redaktionsschlusses erst in der kommenden Ausgabe der RAS ausführlich vorstellen und kommentieren können.