Digitale und menschliche Intelligenz ist gefragt

 Verfasst am 31.05.2019

Dass gesellschaftliche Themen, und gerade Umweltthemen, sachlich und inhaltlich diskutiert werden müssen, gerade in Bezug auf den zukünftigen Umgang mit den Ressourcen und deren Nutzung, ist nicht erst seit den Fridays for Future-Demonstrationen keine Frage. Steht dies doch gerade für unsere SHK-Branche seit Jahren ganz oben auf der Agenda – aber mit weiterhin, so die Branchenvertreter, weitestgehend frustrierenden Ergebnissen von Seiten der Politik. Nach wie vor ist kein echter politischer Wille für die Unterstützung in den Einstieg in ein Austauschprogramm für veraltete Heizungstechnik in Sicht.

Allerdings sollte ein anderes Thema, gerade für Deutschland und auch für die Haustechnik, im Vordergrund stehen. Denn welche Fachkenntnis ist die am häufigsten nachgefragte auf dem Arbeitsmarkt weltweit? Es ist die Kenntnis rund um die Forschung und Programmierung von Anwendungen zur künstlichen Intelligenz. Schaut man einmal auf die Inhalte der Anstrengungen und Überlegungen von Think Tanks und globalen Industrieunternehmen von Kalifornien über Paris, Berlin bis nach China und Japan, erkennt man schnell: Die Weiterentwicklung von digitalen Systemen bis hin zur künstlichen Intelligenz beschäftigt hier die Forschung und Entwicklung. Auch mit Programmen, die die Erde für die ständig wachsende Erdbevölkerung überlebenswert machen soll – und eben nicht nur für autonomes Fahren. Die CFO´s großer deutscher Unternehmen haben die Notwendigkeit der weiteren Digitalisierung offenbar erkannt, so ein Ergebnis der halbjährlichen Befragung „CFO Survey“ durch das Beratungsunternehmen Deloitte mit der Überschrift „Vorbereitet auf den Abschwung?“ Bei Maßnahmen zu möglichen Kosteneinsparungen, falls es zu einer wirtschaftlichen Rezession kommen sollte, gaben knapp zwei Drittel der 170 Befragten an, ihr Digitalisierungsbudget unverändert beizubehalten. 16 Prozent beabsichtigen, dieses sogar noch auszuweiten. Denn der verstärkte Einsatz digitaler Technologien verbessere zunehmend die Fähigkeit, auf neue Bedarfe zu reagieren, so die Antworten der CFO´s. Die gesamte Auswertung finden Sie unter:

https://www2.deloitte.com/de/de/pages/finance-transformation/articles/cfo-survey.html

Und menschliche Intelligenz bleibt trotzdem gefragt. In Zeiten vor der Europawahl hatte es den Anschein, dass die politischen Strömungen links und rechts in Deutschland – bis auf die sogenannten bürgerlichen Parteien – „Testballons“ starteten, um einmal auszutesten, ob es nach langen Jahren der Kompromissbereitschaft in der Gesellschaft die Möglichkeit für ein anderes Bündnis mit einer vielleicht sogar gänzlich anderen Politik geben könnte. Es bleibt mit Intelligenz zu beantworten, ob es nicht nur althergebrachte Ideen inklusive neuer Steuern sind, die nur demokratisch „angehaucht“ werden sollen, um in naher Zukunft Mehrheitsfähig zu sein? Und ob dazu eine Europawahl taugt, bei der sogar die Briten noch einmal teilnehmen „wollten“, muss jeder für sich selbst entscheiden. Wie die Wahl am 26. Mai nach Redaktionsschluss ausgegangen ist, wissen Sie ja schon, wenn Sie diese RAS-Ausgabe in den Händen halten. Hoffen wir weiter auf intelligente Antworten durch die Gesellschaft für die herausfordernden Fragen unserer Zeit.

Nikolaus Klein

Chefredakteur RAS