Höher, schneller, weiter – nein digitaler!

 Verfasst am 09.06.2018

Blicken sie doch einmal nur einige wenige Jahre zurück – lautete damals die Erfolgsformel für jedes Unternehmen nicht vor allem: Höher, Schneller, Weiter? Heute benötigt man dafür nur noch ein Wort: Digitaler. Wer kann, wer will sich dem entziehen? Denn selbst in der Fertigung bei den Herstellern ist nur noch von der Fabrik 4.0, wie unlängst auf der Hannover Messe zu hören und zu sehen war, die Rede. Auch im Vertrieb und Marketing gelten oftmals nur noch die Themen rund um Bits und Bytes.

Und auch im Fachhandwerk gehört das Wort Digital in jede Rede der Handwerksvertreter. Und um etwaigen Missverständnissen vorweg zu kommen: das ist gut so. Denn nur wenn alle Vertriebsstufen nicht nur das Wort Digital in den Mund nehmen, sondern dies auch durchgängig im gemeinsamen Workflow leben, hat die professionelle Vertriebsschiene eine einträgliche gemeinsame Zukunft. Dazu zählt vor allem auch der Handwerksbetrieb 4.0, dem es gelingt, nicht nur seine Aufträge, Bestellungen und die Rechnungsstellung digital zu bewältigen. Nein, auch Arbeitsprozesse bis hin zur Vorfertigung in seiner Werkstatt gehören dazu, um Fertigungs-Abläufe auf einer Baustelle massiv zu beschleunigen. Industrieunternehmen unterstützen aktuell Handwerksberater, die dies ihren Kollegen in Seminaren und Vorträgen näher bringen möchten. Sie investieren aber selbst auch in die serielle Vorfertigung (natürlich mit Robotern), um gerade im seriellen Bau nicht den Anschluss zu verlieren, beispielsweise gegen skandinavische Baufirmen.

Allerdings, wie lange dies braucht, um hier echte Effekte, nicht nur in der Geschwindigkeit, sondern auch auf Kostenseite zu realisieren, wage ich bei unserer SHK-Branche nur zu vermuten. Obwohl, der Druck durch fehlende Handwerksressourcen ist schon enorm, da glauben wir einfach mal den vielfältigen Aus- sagen der Vertriebsleute aus Großhandel und Industrie. Auch wenn einige Handwerksorganisationen aus dem Süddeutschen dies anzweifeln und argumentieren, dass man schließlich nur eine Woche länger auf einen SHK-Handwerker im Durchschnitt warten muss als noch vor einigen Jahren.

Und der Haustechnische Großhandel? Vielleicht schafft er in seinen Hallen ja jenen Platz, wo Handwerksunternehmen ihre Module fertigen und zwischenlagern können. Denn wie viele Handwerksunternehmen verfügen über entsprechende Räumlichkeiten, um die immer noch individuelle Vorfertigung durchführen zu können?

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